Dein Kind wirft Essen auf den Boden, matscht herum, spuckt Essen wieder aus oder befördert gleich den ganzen Teller nach unten?
Dann darfst du dich jetzt freuen! Ja, genau! Denn dein Kind lernt gerade unglaublich viel.
Auch wenn es sich im Alltag oft eher nach Chaos, Frust und endlosem Wischen anfühlt: Wenn Kinder mit Essen werfen, ist das kein schlechtes Benehmen, sondern ein ganz normaler Entwicklungsschritt. In diesem Artikel erfährst du, warum Kinder mit Essen werfen, was wirklich dahintersteckt – und was du tun kannst, ohne schimpfen oder ständig genervt zu sein.
Wenn Kinder mit Essen werfen – was dahintersteckt
Nicht direkt beim Beikoststart, sondern, wenn dein Kind schon eine Weile isst und sicher im Hochstuhl sitzt, beginnt die Phase mit dem Essen werfen. Meist hängt es auch damit zusammen, dass es gezielt greifen kann und Lust hat, die Welt zu erforschen.
Typische Situationen am Familientisch, die wahrscheinlich viele Eltern kennen:
- Essen landet auf dem Boden
- Der ganze Teller fliegt hinterher
- Lebensmittel werden zerdrückt und zermatscht
- Essen wird ausgespuckt
- Besteck wird geworfen
- Wasser wird umgeschüttet
- Essen landet im Wasserglas
- … und gefühlt alles gleichzeitig!
Ja, das kann nerven, vor allem:
- wenn dein Kind älter wird.
- wenn du denkst: „Das macht man doch nicht!“ „Es könnte sich wirklich mal mehr benehmen.“
- wenn du gerade einfach nur in Ruhe essen möchtest.
Zu deiner Beruhigung: Nahezu jedes Kind macht das. Und falls nicht, ist es eher untypisch. Auch wenn es vielleicht bei den anderen nicht so wirkt, aber eine solche Phase durchlaufen sehr, sehr viele Eltern mit ihrem Essanfänger/ihrer Essanfängerin.
Gerade bei breifrei-Babys ist es völlig normal, dass viel auf dem Boden landet. Denn hier liegt der Fokus ja besonders auch darauf, dass dein Kind sich aus einer kleinen Auswahl auf dem Teller vor sich selbstständig etwas nehmen darf. Doch wir wollen dir die Sorge nehmen: Wenn Kinder essen auf den Boden werfen, sind sie nicht schlecht erzogen oder ähnliches, sondern einfach neugierig.
Wie du einen sicheren Essbereich gestaltest, zeigen wir dir hier.
Warum Kinder mit Essen werfen
Kinder tun fast alles aus einem einzigen Grund: Um etwas zu lernen. Wenn Kinder mit essen werfen, erfahren sie zum Beispiel mehr über:
- Schwerkraft: Warum fällt etwas runter?
- Ursache & Wirkung: Was passiert, wenn ich loslasse?
- Tempo: Wie schnell fällt etwas?
- Geräusche:
- Warum ist die Gabel lauter als das Brot?
- Materialunterschiede:
- Matschig vs. hart
- Schwer vs. leicht
- Wiederholung:
- Fällt das Brot auch beim 5. Mal noch runter?
- Soziale Reaktionen:
- Wie reagieren Mama und Papa?
- Kraftdosierung:
- Wie fest muss ich werfen, damit etwas kaputtgeht?
Für dein Kind ist das aktive Forschung. Für dich fühlt es sich manchmal einfach nur nach Chaos an. Und dabei entspannt zu bleiben, kann echt schwer sein. Wir wissen das aus eigener Erfahrung und haben lange geübt. Die gute Nachricht ist: Diese Phase geht vorbei. Ganz sicher.
Irgendwann wunderst du dich, warum du plötzlich fast nichts mehr aufwischen musst.
Egal ob es beim Zahnen, in den Autonomiephasen, oder beim Thema Schlaf ist: Wir finden, dass sich dieser Gedanke „Die Phase wird vorbeigehen“ durch fast die gesamte Baby- und Kleinkindzeit und alle Entwicklungsschritte hindurchzieht. Uns hat es geholfen sich das immer wieder zu vergegenwärtigen. Doch es ist auch eine Menge Arbeit für Eltern, um an den Punkt zu kommen und gelassen zu bleiben, wenn wieder mal Essen auf dem Boden landet.
Du hast noch andere Sorgen und Ängste in Bezug auf Essen z. B. dass dein beikostreifes Baby sich am Essen verschluckt, wie BLW überhaupt funktioniert, wie der Übergang von Beikost zur Familienkost gelingt oder welche Nährstoffe dein Baby in der Beikost benötigt? In unserem Beikost-Präventionskurs nehmen wir dich mit an die Hand und erklären dir in Expertinnenvideos, Sprachnachrichten und Infotexten wie du gelassen durch die Beikostzeit kommst. Das Tollste an unserem Kurs ist: Du kannst dir das Geld von deiner gesetzlichen Krankenkasse zurückholen! Wie das geht, erfährst du hier.
Was tun, wenn Kinder mit Essen werfen?
Ein sehr wichtiger Part ist, wie du darauf reagierst, wenn Kinder Essen auf den Boden werfen. Denn deine Reaktion macht den größten Unterschied.
Tipp 1: Cool down!
Auch wenn es dir manchmal schwerfallen wird: Versuche, dein Kind ausprobieren zu lassen.
Ein paar hilfreiche Impulse von uns:
- Versuchen in Bezug auf Dreck entspannt zu sein
- Der Essbereich wird in den ersten zwei Jahren (mindestens!) sowieso täglich gereinigt
- Perfektion ist hier wirklich fehl am Platz
Übrigens: Hier teilen wir wertvolle Tipps gegen die Beikost-Sauerei mit dir.
Erlaubnis zur Entspannung: Du darfst genervt sein – aber dein Kind macht nichts falsch, sondern geht seinem Forscherinstinkt nach.
Tipp 2: Persönliche Grenzen ruhig formulieren
Mit „entspannt sein“ meinen wir nicht, ALLES erlauben zu müssen. Wenn dir etwas wichtig ist (z. B. Lebensmittelverschwendung), darfst du das sagen:
- ruhig
- klar
- ohne Schimpfen oder Strafen
Zum Beispiel:
„Ich mag es nicht, wenn Essen auf den Boden geworfen wird.“
„Das stört mich.“
Das heißt, formuliere so, dass du es auf dich beziehst. Bleib bei dir und „beschuldige“ nicht dein Kind dafür. Verabschiede dich bitte von Sätzen wie „Das macht man nicht“, sie kommen bei deinem Kind sowieso nicht an. Auch Drohungen und Beschämen sind hier der völlig falsche Ansatz. Denn sie suggerieren deinem Kind, dass etwas mit ihm falsch ist und etwas nicht stimmt.
Was tun, wenn Kinder mit Essen werfen? Tipps für etwas ältere Kinder
Wenn dein Kind älter wird und das Werfen sehr präsent bleibt, kann dir unser Herzenstipp besonders helfen:
Erfülle das Bedürfnis deines Kindes nach „Werfen“ außerhalb der Mahlzeiten.
So kannst du Wurfspiele gezielt anbieten:
- Sammle sichere Wurfgegenstände (Tücher, Filzbälle, Flummis, Stoffbälle, Kleine Kissen, kleine Plastiklöffel)
- Lass dein Kind:
- Dinge vom Hochstuhl, von der Couch, vom Tisch werfen
- Wahlweise auf einen weichen Untergrund (weiches Kissen)
- oder auf einen harten Untergrund (Holzbrett, Steinboden)
- Gemeinsam beobachten:
- Geräusche
- Unterschiede
- Reaktionen
Je öfter das Bedürfnis nach Werfen bewusst bei deinem Kind erfüllt wird, desto entspannter werden oft auch die Essenssituation.
Das gilt auch für andere „problematische“-Situationen am Essenstisch, die dich schnell die Nerven verlieren lassen. Beispiele gefällig? Das Wasserglas fällt ständig um, Essen wird ins Wasserglas oder den Wasserkrug geworfen, Essen wird ausgespuckt.
Auch in diesen Situationen kannst du spielerische Alternativen anbieten – losgelöst vom Essen.
Lass dein Kind aktiv mit Wasser spielen: Spucken, schütten, gießen – alles darf sein.
Unsere Ideen:
- Im Sommer:
- Planschbecken mit Bechern, Schüsseln, Kännchen zum Gießen und Schütten
- Wasser in den Mund nehmen:
- Gemeinsam in Waschbecken oder Badewanne spucken
Gemeinsam Essen zubereiten, Salat waschen: Beziehe dein Kind altersgerecht ein
Wenn du es schaffst, ermögliche deinem Kind so oft wie möglich zu matschen, zu gießen, zusammenzuschütten etc. Das macht jedem Kind Spaß und das geht auch z. B. toll, indem du dein Kleinkind beim Kochen, Backen und Essen zubereiten einbeziehst. Kinder lieben es, Mehl zusammenzumischen, Milch oder Wasser aus einem Krug dazu zu gießen, umzurühren oder auch mal mit den Händen einen Teig zu kneten. Auch bei kleineren Aufgaben, wie Salat waschen und putzen oder mit einem Schwämmchen einen Topf abspülen, helfen Kinder in der Regel sehr gern.
Dass dabei mal etwas daneben geht oder es nicht so perfekt wird, wie du es gern hättest, ist völlig normal. Hier hilft es den eigenen Perfektionsanspruch etwas runterzuschrauben, es als Erlebnis mit deinem Kind zu betrachten und solche Aktivitäten natürlich nur anzubieten, wenn es dein eigenes Energielevel in dem Moment auch zulässt und ihr die Ruhe und Zeit dafür habt (auch es hinterher wieder wegzuwischen).
Warum diese Tipps langfristig helfen, wenn Kinder mit essen werfen
Wenn Kinder auf diese Art und Weise immer wieder ihre Bedürfnisse ausleben dürfen, müssen sie diese nicht ständig am Esstisch zeigen und fühlen sich verstanden.
Das bedeutet für euren gemeinsamen Familientisch: Mehr Ruhe für alle beim Essen.







![[Anzeige] Omega-3 Baby Supplement: Wir haben eure Insta-Fragen beantwortet + 1 Rezept](https://breifreibaby.de/wp-content/uploads/2025/09/Omega-3-Baby-Supplement_1.jpg)


![[Anzeige] Omega-3 Baby Supplement: Wir haben eure Insta-Fragen beantwortet + 1 Rezept](https://breifreibaby.de/wp-content/uploads/2025/09/Omega-3-Baby-Supplement_1-400x250.jpg)

0 Kommentare