Von Anfang an haben wir unser Baby getragen: Beim Kochen, beim Spazieren gehen, beim Workout, beim Essen und ja, auch beim Toilettengang. Unser Baby war immer in der Trage bzw. als Neugeborenes im Tragetuch vorne mit dabei. Das ermöglichte uns Dinge mit zwei Händen zu erledigen – und gleichzeitig ein (meist) zufriedenes Kind bei uns zu haben. Gerade im Alltag mit Baby sind zwei freie Hände echt viel wert, das wissen alle, die häufig mit einer Hand Teig kneten oder die Spülmaschine ausräumen. Wir zeigen dir jetzt 5 Gründe, warum du dein Baby tragen solltest, denn falls du es noch nicht tust: Es ist ein Gamechanger!
Wie du vielleicht weißt oder dir spätestens nach der Einleitung denken kannst: Wir sind große Fans des Tragens. Unsere eigenen Erfahrungen haben uns gezeigt, wie praktisch es sein kann, das Baby nah am Körper zu haben – beim Einschlafen, unterwegs oder wenn zu Hause etwas erledigt werden muss. Dabei muss es nicht immer die gleiche Tragehilfe sein: Ob Tragetuch, RingSling oder Komforttrage – das hängt ganz von euren Bedürfnissen ab. Wir fanden es immer praktisch, wenn die Trage – je nach Träger*in – nicht aufwendig verstellt werden musste, sondern mit ein paar wenigen Handgriffen an die Person angepasst werden konnte, die getragen hat.
Du überlegst noch, ob eine Tragehilfe zu euch passt? Wir zeigen dir 5 Gründe, warum du dein Baby tragen solltest, worauf du dabei achten kannst und wie du eine passende Tragemöglichkeit für euch findest.
1. Warum du dein Baby tragen solltest: Nähe und Geborgenheit
Schon im Bauch hast du dein Baby getragen. Doch auch nach der Geburt brauchen Babys viel Körperkontakt, Nähe und Geborgenheit. Sie hören deinen Herzschlag, spüren deine Bewegungen und nehmen deine Wärme wahr. In einer Babytrage oder einem Tragetuch ist dein Baby ganz nah bei dir und kann diese vertraute Nähe erleben.
Gerade in den ersten Lebensmonaten kann das Tragen deshalb eine schöne Möglichkeit sein, deinem Baby Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln. Viele Babys lieben es in der Trage zu schlafen, die Gleichmäßigkeit der Schritte und die Körperwärme zu spüren. Nicht nur die Eltern – auch andere Bezugspersonen können diese Nähe beim Tragen herstellen – zum Beispiel Großeltern oder nahe stehende Menschen aus dem Freundeskreis.
Das spricht für das Tragen:
- Dein Baby ist nah an deinem Körper und spürt deine Bewegungen.
- Körperkontakt kann deinem Baby helfen, sich zu beruhigen, einzuschlafen oder einfach zufrieden zu sein.
- Auch andere Bezugspersonen können durch das Tragen Nähe aufbauen.
2. Warum du dein Baby tragen solltest: Es kann beim Einschlafen helfen
Manchmal scheint nichts so richtig zu helfen: Dein Baby ist unruhig, möchte nicht abgelegt werden oder findet nur schwer in den Schlaf. In solchen Situationen hat uns eine Tragehilfe immer enorm geholfen. Wir sind damit durch die Wohnung gelaufen – manchmal im Ausfallschritt. Haben tiefe Kniebeugen gemacht oder sind ganz einfach vor die Tür in den nächsten Park gelaufen. Frische Luft tat immer gut – sowohl dem Baby als auch den Eltern. Unser Einschlafritual sah lange Zeit so aus, dass wir das Baby mit Schlafanzug und Mützchen auf dem Kopf ausgestattet haben und dann vor dem Abendschlaf eine Runde spazieren gingen. So schlief es am besten ein und ließ sich danach ins Bett ablegen. Das lief natürlich nicht jeden Tag bilderbuchmäßig, aber meistens war das unser Einschlafritual – wenn Stillen, Singen oder Kuscheln allein nicht ausgereicht haben.
Natürlich ist jedes Baby anders und nicht jedes Kind lässt sich in jeder Situation durch das Tragen beruhigen oder kommt in der Trage zum Schlafen. Trotzdem lohnt es sich, diese Möglichkeit auszuprobieren.
3. Warum du dein Baby tragen solltest: Effizienz bzw. Du hast die Hände frei!
Dieser Punkt ist für viele Eltern besonders praktisch. Wenn dein Baby in einer gut sitzenden Tragehilfe oder einem angenehm gebundenen Tragetuch getragen wird, hast du beide Hände frei – für alles, was im Alltag erledigt werden muss. Und das kann einen großen Unterschied machen. Hast du schonmal versucht einhändig die Wäsche aufzuhängen? Das dauert ewig! Es ist einfach effizienter beide Hände für gewisse Tätigkeiten frei zu haben und damit hat uns so manche Trage den Alltag erleichtert.
Vielleicht möchtest du mit einem älteren Geschwisterkind spielen oder unterwegs einkaufen. Gerade wenn du mehrere Kinder hast, kann eine Tragehilfe vieles einfacher machen.
Natürlich bedeutet das nicht, dass wir die Trage nur allein aus diesem Effizienzgedanken so gern benutzt haben, wir denken auch an die zahlreichen Momente, in denen es einfach schön war, diesen kleinen Mensch zu tragen und bei sich zu haben.
Dennoch finden wir es wichtig zu betonen, wie praktisch eine Trage im Alltag sein kann:
- Du kannst dein älteres Kind begleiten, während dein Baby nah bei dir ist.
- Beim Spaziergang oder Einkaufen ist eine Tragehilfe eine praktische Alternative zum Kinderwagen.
- Zu Hause kannst du dich freier bewegen, wenn dein Baby gerade Nähe braucht.
Tätigkeiten mit heißen Flüssigkeiten, beim Kochen am Herd oder bei anderen Gefahren solltest du mit Baby in der Trage vermeiden.
4. Warum du dein Baby tragen solltest: Du bleibst unterwegs flexibel oder: „Schonmal mit Kinderwagen im ICE gefahren?“
Keine Frage: Auch ein Kinderwagen kann praktisch sein. Aber auf schmalen Wegen, beim Treppensteigen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln wie Zug oder U-Bahn war für uns immer die Trage die erste Wahl! Besonders auf Reisen ist eine kompakte Tragehilfe eine praktische Ergänzung zur übrigen Babyausstattung. Wer schonmal versucht hat mit einem Kinderwagen in den ICE (und wieder hinaus) zu kommen, weiß wovon wir sprechen. Viel einfacher fanden wir es auf Zugreisen unser Baby in der Trage zu transportieren und somit flexibel zu sein – bei jedem kaputten Aufzug oder beim Ein- und Aussteigen.
Wann ihr das letzte Mal eure Trage verwendet, bleibt ganz euch überlassen. Manche Kleinkinder stellen mit 2 Jahren bewusst fest: „Mama, ich bin doch kein Baby mehr.“ Manche möchten aber auch in dem Alter noch getragen werden – zum Beispiel, wenn sie müde sind, Nähe brauchen oder bei einem längeren Ausflug nicht mehr laufen möchten.
Wenn dein Kind größer wird, kann eine Toddlertrage sinnvoll sein. Sie ist auf die Maße und das Gewicht älterer Kinder abgestimmt. Entscheidend ist immer, dass die Trage zu deinem Kind passt und sich für euch beide angenehm anfühlt. Orientiere dich an eurem Wohlbefinden und daran, wie viel Bewegung und Selbstständigkeit dein Kind gerade braucht.
Diese Vorteile bringt das Tragen unterwegs mit sich:
- Du kannst dich auf Wegen und an Orten bewegen, an denen ein Kinderwagen unpraktisch ist.
- Eine leichte Tragehilfe lässt sich oft gut verstauen und mitnehmen.
- Auch größere Kinder können bei Bedarf noch getragen werden, sofern die Trage dafür geeignet ist.
5. Warum du dein Baby tragen solltest: Es gibt für viele Bedürfnisse die passende Tragehilfe
Babytragen sind nicht alle gleich. Manche Eltern lieben die Flexibilität eines Tragetuchs, andere möchten eine Tragehilfe, die sich mit wenigen Schnallen anlegen lässt. Beides kann gut funktionieren – wichtig ist, dass das Tragesystem zu dir, deinem Baby und eurem Alltag passt.
In unserem Beitrag „Die richtige Babytrage finden“ stellen wir verschiedene Tragesysteme vor – von Full-Buckle-Trage über Half-Buckle bis hin zu RingSling und Tragetuch – und erklären, worin sie sich unterscheiden.
Wenn dein Baby größer wird, lohnt sich auch ein Blick auf unseren Beitrag „Trage für Kleinkinder“. Dort erfährst du, worauf es bei einer Trage für ältere Kinder ankommt.
Worauf solltest du bei einer Babytrage achten?
Unabhängig davon, für welches Modell du dich entscheidest, sollte die Trage ergonomisch passen und sich für dich und dein Baby gut anfühlen.
Achte vor allem auf diese Punkte:
- Passende Größe: Die Trage muss für das Alter, die Größe und das Gewicht deines Babys geeignet sein.
- Ergonomische Haltung: Die Beine sollten in der Anhock-Spreiz-Haltung liegen können, mit angehockten Knien und leicht gespreizten Oberschenkeln.
- Gute Unterstützung: Besonders Neugeborene brauchen eine altersgerechte Unterstützung von Kopf und Nacken.
- Freie Atemwege: Das Gesicht muss sichtbar bleiben, Nase und Mund dürfen nicht verdeckt sein und das Kinn sollte nicht auf die Brust gedrückt werden.
- Tragekomfort: Das Gewicht sollte so verteilt werden, dass du dein Baby möglichst bequem tragen kannst.
- Material und Verarbeitung: Achte auf intakte Nähte, geeignete Materialien und eine sorgfältige Verarbeitung.
Wenn du unsicher bist, welche Tragehilfe zu euch passt, kann eine Trageberatung sehr hilfreich sein. Dort kannst du unterschiedliche Modelle ausprobieren und dir zeigen lassen, wie du dein Baby sicher und korrekt trägst.
Eine Babytrage für euren Alltag finden
Wenn du dich gerade nach einer passenden Tragehilfe umsiehst, lohnt es sich, verschiedene Modelle miteinander zu vergleichen. Neben der Passform spielen auch die Handhabung, die Verstellmöglichkeiten und dein persönliches Tragegefühl eine Rolle. Denn wenn beispielsweise das gesamte Gewicht des Kindes nur auf Schultern und oberen Rücken verteilt ist, kann das schnell zu Nackenschmerzen und Verspannungen führen. Vielleicht nicht bei einem neugeborenen Baby, aber wenn das Kind mal acht, neun oder zehn Kilo wiegt, merkt man es direkt, wenn die Trage nicht richtig sitzt.
Eine Möglichkeit, die du dir dabei ansehen kannst, ist die Fenarrio 4D Babytrage. Bei diesem Tragesystem (für 119,99 €) ist die Druckverteilung so ausgerichtet, dass der gesamte Oberkörper mitträgt: Also das Gewicht ist auf Schultern, Rücken, Hüfte und Bauch verteilt. Was wir dabei auch besonders innovativ finden und so vorher noch nicht kannten: Beim Anlegen helfen Magnetverschlüsse, die einrasten und somit die Trage sicher verschließen.
Babys richtig tragen: Das solltest du beachten
Wenn du absoluter Neuling beim Thema Tragen bist, darfst du dir Zeit nehmen. Gerade am Anfang fühlt sich das Anlegen einer Tragehilfe oder das Binden eines Tuchs vielleicht noch ungewohnt an. Wir haben immer andere bewundert, die sich in Nullkommanix ein langes Tuch umgebunden haben (hier gibt es ja auch diverse Binde-Techniken) oder mit ein paar wenigen Handgriffen ihr Baby perfekt in die Trage geschnallt hatten. Doch Übung macht die Meister:in. Nach ein paar Wochen und vielen Trage-Situationen, die man zum ersten Mal erlebt, waren wir selbst sehr souverän und sicher im Umgang mit verschiedenen Tragen.
Unsere Tipps für einen entspannten Einstieg:
- Starte in Ruhe: Übe das Anlegen zunächst ohne Zeitdruck und halte dich an die Anleitung des Herstellers, deiner Hebamme oder Trageberaterin.
- Achte auf die Haltung: Kontrolliere, ob dein Baby sicher sitzt, sein Gesicht sichtbar ist und es frei atmen kann.
- Höre auf euch beide: Wenn dein Baby unruhig wird oder du Schmerzen bekommst, überprüfe den Sitz und gönnt euch bei Bedarf eine Pause.
- Beziehe andere Bezugspersonen ein: Wenn ihr als Eltern eine Pause braucht, verspannt seid oder überlastet, können euch vertraute Personen wunderbar das Tragen übernehmen und euch damit etwas entlasten. Vorausgesetzt sie fühlen sich selbst damit wohl und beherrschen die richtige Handhabung.


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