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Vegane Beikost

Vegane Beikost – ist eine vegane Ernährung von Babys möglich?

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Hallo!

Seit 2016 gibt es für uns kein schönes Thema als die breifreie Beikost – wir lieben es, für dich nährstoffreiche und zuckerfreie Rezepte für die ganze Familie zu entwickeln und dir mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. 

Mehr über uns

Immer mehr Menschen entscheiden sich dazu sich vegan zu ernähren und auf Fleisch, Fisch, Ei und alle anderen tierischen Produkte zu verzichten. Auch eine vegetarische oder gar vegane Ernährung von Babys ist möglich. Wir finden, das Thema hat es verdient, unvoreingenommen und informiert betrachtet zu werden und das möchten wir in diesem Beitrag tun.

Wir werden hier zwar einerseits unsere eigenen Meinung, andererseits fundierte wissenschaftliche Quellen darlegen, um das Thema Vegane Beikost zu beleuchten. Trotzdem übernehmen wir keinerlei Garantie. jeder, der sich für vegan entscheidet, ist selbst dafür verantwortlich sich zu informieren oder beraten zu lassen.

Wie sieht das mit der veganen Ernährung bei Babys aus? Ist es möglich und gesundheitlich unbedenklich für einen Säugling auf alle tierischen Produkte zu verzichten? Und welche Ersatzprodukte sind für Babys überhaupt geeignet? Das erfährst du in diesem Beitrag!

Wir kaufen unsere veganen Supplemente bei innonature – ein tolles, nachhaltiges Unternehmen. Du findest dort auch Nahrungsergänzung speziell für Kinder. Mit dem Code breifrei10 sparst du 10% beim Kauf.

 Auf was muss ich achten, wenn ich mein Baby vegan ernähren möchte?

Wenn du dich dafür entscheidest dein Baby vegan zu ernähren, solltest du auf jeden Fall darauf achten, dass du die hohen Anforderungen der benötigten Nährstoffe und Energie erfüllst. Prinzipiell, egal ob mit oder ohne tierische Produkte, ist eine abwechslungsreiche Ernährung und ein Angebot an gesunden und vollwertigen Lebensmitteln wichtig für die Entwicklung und Gesundheit deines Babys. Denn das ist der wichtigste Punkt überhaupt: Egal ob omnivor, vegetarisch oder vegan: Babys (und auch Erwachsene) haben einen bestimmten Nährstoffbedarf, der erfüllt werden muss. Grundsätzlich kann das Baby die Nährstoffe über tierische oder/und pflanzliche Quellen decken, und natürlich auch nur aus tierischen Quellen. Dazu ist es aber notwendig, dass man unabhängig von der Ernährungsform weiß, welche Nährstoffe das Baby benötigt.

Oftmals sitzt in unserem Kopf der Gedanke fest, das es bei einem Verzicht auf tierische Produkte umso wichtiger ist, darauf zu achten, dass dein Baby alle wichtigen Nahrungsbausteine und Nährstoffe zu sich nimmt. Dabei trifft dies auf jede Ernährungsform zu. Besonders wichtig ist es auf eine ausreichende Zufuhr von folgenden Nährstoffen zu achten:

    • Eisen
    • Zink
    • Jod
    • Kalzium
    • Vitamin D
    • Omega-3-Fettsäuren
    • Vitamin B 2 (und weitere B-Vitamine)
    • Vitamin B 12
    • Selen

Während die vegetarische Ernährungsweise in jedem Lebensalter von den großen Ernährungsgesellschaften in USA, Kanada, Großbritannien, Australien und auch Deutschland empfohlen wird, rät die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) im Gegensatz zu den anderen erwähnten von einer rein veganen Ernährung bei Säuglingen und Kleinkindern ab, da eine Versorgung mit kritischen Nährstoffen schwierig sei. Sie zählt dazu Vitamin B12, Proteine, verschiedene Mineralstoffe (Calcium, Eisen, Jod, Zink und Selen) und Vitamine (Riboflavin und Vitamin D) sowie Aminosäuren und langkettige n-3 Fettsäuren.

Deshalb ist es natürlich nicht damit getan, einfach auf Fleisch, Fisch und Milchprodukte zu verzichten und vegane Ersatzprodukte zu geben. Jedoch ist es ohne Frage möglich, sich sehr gut zu informieren und herauszufinden, wie oben genannte Nährstoffe auch in einer veganen Ernährung gedeckt werden können. Dazu empfehlen wir zum einen Fachliteratur, wie z.B. das Buch Vegan Klischee Ade von Niko Rittenau, Vegane Ernährung in Schwangerschaft, Stillzeit und Beikost von Dr. Markus Keller, Vegan für unsere Sprösslinge sowie Vegetarisch und Vegane Ernährung von Claus Leitzmann.

 Die vegane Ernährungspyramide

Sicher kennt ihr Ernährungspyramiden oder Ernährungskreise, in denen verschiedene Sektoren bestimmten Lebensmitteln zugeordnet sind und eine ausgewogene Ernährung mit den verschieden Lebensmittelgruppen dargestellt ist. Es gibt auch die sehr bekannte Gießener vegane Lebensmittelpyramide. Diese hat bezüglich der Nährstoffe eine sehr hohe Deckungsgleiche wie die Ernährungspyramide der DGE. Auch die DGE empfiehlt eine zu 75 % pflanzliche Ernährung. Dazu schreibt sie wörtlich: “Ein Vergleich der vollwertigen Ernährung nach dem Empfehlungen der DGE mit den Empfehlungen für eine vegane Ernährung nach der Gießener vegetarischen Lebensmittelpyramide zeigt, dass die Basis jeweils gleich ist und die entsprechenden lebensmittelbezogenen Empfehlungen sehr ähnlich sind.” (Ernährungsumschau 2016)

Vegane Beikost – die kritischen Nährstoffe und wie man sie decken kann

  • Kritische Nährstoffe laut DGE: Vitamin B12, Vitamin D, Jod, Zink, Omega 3 Fettsäuren, Eisen, Vitamin B2, Kalzium sowie Proteine

Wie kann also bei einer vegetarischen/veganen Kost der Bedarf dieser Nährstoffe ausreichend gedeckt werden?

Protein:

  • Alter: 4-12 Monate: Bedarf: 1,4 g Protein pro kg Körpergewicht, 1-4 Jahre 1,1 g Protein pro kg Körpergewicht
  • Proteinmängel entstehen in der Regel nur bei Kalorienmangel, d.h. bei einer ausreichenden Kalorienzufuhr ist im Normalfall auch genug Protein enthalten.
  • Für vegetarische Kinder unkritisch, da in Eiern und Milchprodukten viel Protein enthalten ist.
  • Pflanzliche Lebensmittel mit viel Protein: Linsen, (Vollkorn)getreide (Haferflocken, Vollkornbrot und Vollkornnudeln), Nüsse und Samen (z.B. als Nussmus oder in Smoothies, gemahlen im Müsli etc. möglich in den Speiseplan zu integrieren), Sojaprodukte und andere Hülsenfrüchte wie Kichererbsen, Bohnen, Erbsen.
  • Hinweis: Soja ist mit allerhand Vorurteilen behaftet. Dabei ist es wie Kichererbsen, Bohnen und Linsen einfach eine proteinreiche Hülsenfrucht, die uns sehr gut mit Nährstoffen versorgen kann. Es empfiehlt sich, auf Bioprodukte zu achten.
  • Auch in grünem Gemüse wie Brokkoli und Blattspinat ist im Verhältnis zu den Gesamtkalorien viel Protein enthalten.
  • Um alle essenziellen Aminosäuren abzudecken, empfiehlt sich eine abwechslungsreiche Kost und eine Vielzahl von verschiedenen Proteinlieferanten über den Tag verteilt. (z.B. Porridge zum Frühstück mit Obst, Linsentaler mit Spinatsoße zum Mittagessen und Vollkornbrot mit veganer Leberwurst zum Abendessen)

Fazit: In jeder Lebensphase, also auch in Baby- und Kleinkindalter, ist eine ausreichende Versorgung mit Protein unkompliziert möglich, sofern eine abwechslungsreiche, vollwertige Auswahl an Lebensmitteln angeboten wird.

Calzium:

  • Alter: 4-12 Monate: Bedarf: 220 mg am Tag
  • Alter: 1-4 Jahre: 330 mg am Tag
  • Gute pflanzliche Calciumlieferanten sind Sesam, Leinsamen, Nüsse (Mandeln, Paranüsse, Haselnüsse, Walnüsse), grünes Gemüse (Grünkohl, Spinat, Brokkoli) sowie mit Kalzium aus der Rotalge angereicherte Pflanzenmilch. Diese kann zur Zubereitung von Gebäck oder Porridge, aber auch in Smoothies eingesetzt werden. Mit 120 mg pro 100 ml ist also z.B. für Einjährige schon über 1/3 des Tagesbedarfs gedeckt.

Fazit: Bei einer guten Auswahl an Lebensmitteln ist die Versorgung mit Kalzium zur Deckung des Tagesbedarfs sowohl vegetarisch als auch vegan einwandfrei möglich.

Omega 3 Fettsäuren:

  • Omega 3 verbinden die meisten Menschen sofort mit Fisch, und das wirft die Frage auf, wie man seinen Bedarf an diesen essenziellen Fettsäuren vegetarisch oder vegan decken kann.
  • Alter: 6-12 Monate sowie anschließend bis 4 Jahre ist der Bedarf 10-12 mg pro kg Körpergewicht
  • Wichtig zu wissen, dass Omega 3 eigentlich aus Mikroalgen kommt, das heißt der Fisch ist nur die Sekundärquelle – also kann es dem Menschen auch direkt als Mikroalgen Supplement zugeführt werden.
  • Auch Hanf-, Lein- und Chiasamen sowie Walnüsse und einige pflanzliche Öle (Leinöl, Ralpsöl, Walnussöl und Hanföl) enthalten Omega 3.
  • Dennoch empfiehlt sich im Falle von Babys und Kleinkindern eine Supplementierung von Omega 3, da dieser Nährstoff für das Sehvermögen und die Gehirnfunktion relevant ist.
  • Es gibt es eine Reihe an pflanzlichen Omega 3 Präparaten zur Nahrungsergänzung. Kapseln können aufgemacht werden, und das Öl beispielsweise an Smoothies gegeben werden.

Fazit: Omega 3 ist sicherheitshalber zu supplementieren, auch wenn es in Pflanzen vorkommt. Hier lieber kein Risiko eingehen.

breifreibaby-Tipp: Wir lieben veganes Sushi und essen gerne auch mal Noriflocken über Reis gestreut, dadurch decken wir zusammen mit dem sorgfältigen Einsatz von Leinöl unseren Omega-3-Bedarf.

Vitamin B12:

    • Vitamin B12 zu ergänzen ist für alle Altersgruppen bei einer veganen Ernährung Pflicht und kann auch für vegetarische und mischköstliche Babys und Kleinkinder von Vorteil sein. Da B12 den Tieren ins Futter gemischt wird, sind Allesesser damit eher versorgt als Veganer und Vegetarier. (Dies zeigt deutlich, das B12 auch im Tier nicht auf natürliche Weise in großen Mengen vorhanden ist. Tiere bekommen es als Supplement – deshalb können wir es auch direkt als Supplement zu uns nehmen.)
    • Alter: 4-12 Monate: Bedarf: 20 Mikrogramm, 1-4 Jahre 2 mal 20 Mikrogramm täglich (zur besseren Aufnahme die Dosierung am besten auf zwei Zeitpunkte am Tag aufteilen, wenn möglich).
    • Tropfen sind zur Dosierung besonders empfehlenswert und sind neben Lutschtabletten besonders gut geeignet, da schon über die Mundschleimhaut zusätzlich B12 aufgenommen werden kann.

Fazit: eine Supplementierung von Vitamin B12 ist unabdingbar bei einer veganen Ernährung von Babys und Kleinkindern.

Eisen:

  • Bedarf: 4 Monate bis 7 Jahre: 8 mg am Tag
  • Vorkommen: besonders hoch in Sesam, Kürbis, Hanf- und Leinsamen, Nüssen, Hülsenfrüchten, Haferflocken, Hirse sowie grünem (Blatt-) Gemüse
  • Eisen lässt sich besonders gut aufnehmen, wenn gleichzeitig Lebensmittel, die reich an Vitamin C sind gegessen werden (z.B. Paprika). So lässt sich die Aufnahme leicht steigern.
  • Eisenmangel hängt nicht zwangsläufig von der Ernährungweise des Babys/Kindes ab, sondern vor allem von der Auswahl der Lebensmittel. Daher empfiehlt sich, bei Babys und Kleinkindern besonders auf ein abwechslungsreiches und vollwertiges Angebot an Lebensmitteln zu achten.

Fazit: Eisen kann bei vegetarischer oder veganer Ernährung von Kindern durch eine Auswahl von eisenreichen Lebensmitteln in Kombi mit Vitamin C reichen Lebensmitteln sichergestellt werden

Lies dazu auch unseren Beitrag: Eisen für Babys

Zink:

  • Alter: 4-12 Monate Bedarf: 2 mg, 1-4 Jahre: 3 mg pro Tag
  • Zink ist enthalten in: Sesam, Kürbiskernen, Sonnenblumenkernen, Leinsamen, Chiasamen, Nüssen, Linsen, Vollkornprodukten

Bedarfsdeckung in jeder Lebensphase, auch Baby und Kleinkind, möglich.

Fazit: Zink kann ohne Supplementierung bei einer ausgewogenen Kost in ausreichender Menge aufgenommen werden.

Vitamin D3:

  • Bedarf 4-12 Monate: 400 IE (internationale Einheiten), 1-15 Jahre: 1000 IE
  • Das Sonnenvitamin, wird vom Körper durch Aufenthalt in der Sonne selbst gebildet.
  • Probleme: 1. Wir sind meist zu wenig draußen – insbesondere muss die Sonnenstrahlung die Haut berühren. 2. Gerade im Winter ist in unseren Breitengraden eine ausreichende Aufnahme nahezu unmöglich.
  • Es empfiehlt sich sowohl bei vegetarischer als auch veganer Ernährung auf jeden Fall ein Präparat zur Ergänzung. Auch mischköstliche Kinder sollten ein Supplement bekommen.
  • Tropfen eignen sich für Kinder besonders gut, da sie leicht zu verabreichen und zu dosieren sind.
  • Als Ergänzung wird Vitamin K2 empfohlen, da D3 und K2 synergetisch auf den Aufbau von Knochensubstanz wirken.

Fazit: Vitamin D sollte bei Babys und Kleinkindern auf jeden Fall supplementiert werden, da diese sich häufig nur mit bedeckter Haut in der Sonne aufhalten und daher höchstwahrscheinlich nicht selbst genug bilden können.

Sicher wurde dir auch von deiner Hebamme und Kinderarzt eine Supplementierung angeraten.

breifreibaby-Tipp: Du selbst kennst eure Verhaltensweisen am besten. Lena ist z.B. im Sommer jeden Tag draußen, fährt Rennrad und ist in ihrem Garten. Von Mai bis September supplementiert sie nicht. Wichtig ist: Vor allem im Intim-Bereich nehmen wir viel Vitamin D auf, deshalb die Kinder auch mal für 3 Min. nackt ohne Sonnenschutz in der Sonne herumlaufen lassen. So füllen sich die Speicher schnell auf.

Vitamin B2 (Riboflavin):

  • Bedarf 4-12 Monate: 0,4 mg, 1-4 Jahre: 0,7 mg pro Tag
  • Enthalten in Nüssen (v.a. Mandeln), Hefeflocken, Vollkornbrot, Haferflocken, Pilzen und grünem Gemüse
  • Bei einer ausgewogenen pflanzlichen Ernährung ist eine Deckung des Bedarfs gut möglich. Insbesondere Hefeflocken, die in der veganen Küche häufig wegen des käsigen Geschmacks zum Einsatz kommen, sind eine tolle Quelle für B-Vitamine.

Fazit: Wird auf ein Angebot von B2-reichen Nahrungsmitteln geachtet, ist bei Babys und Kleinkindern auch vegan eine Bedarfsdeckung einfach möglich.

Selen:

  • Bedarf: 4 Monate bis 4 Jahre: 15 Mikrogramm am Tag
  • Bester Lieferant: Paranüsse! Außerdem enthalten in Steinpilzen, Hülsenfrüchten, anderen Nüssen und Haferflocken.
  • Selen ist bei veganer und vegetarischer Lebensweise ein kritischer Nährstoff, bei mischköstlicher Ernährung bekommen Tiere Selen über das Futtermittel und somit erhalten auch Menschen, die Fleisch essen, dann Selen.
  • Das Problem ist, dass die Böden in Deutschland oft selenarm sind, und es daher den pflanzlichen Lebensmitteln fehlt.
  • Da der Selengehalt in Paranüssen je nach Selengehalt im Boden schwanken kann, ist eventuell ein Ergänzungsmittel sinnvoll. Kapseln sind für Kinder meist schwer zu schlucken und werden daher am besten geöffnet und z.B. in einen Smoothie gerührt. In der Regel wird zwar der Genuss von einer Paranuss am Tag ausreichend Selen bieten, allerdings sind dazu mehr Angaben erforderlich. (Mittlerweile ist auf vielen Verpackungen der Selengehalt von Paranüssen angegeben.)
  • Wer nun wieder denkt, dass Kinder keine Nüsse essen dürfen: Natürlich können Paranüsse auch gemahlen oder als Nussmus auf Brot angeboten werden.

Fazit: Gerade für Kinder kann eventuell eine Supplementierung notwendig sein.

Jod:

  • Bedarf 4-12 Monate: 40 Mikrogramm, 1-4 Jahre 100 Mikrogramm am Tag
  • Jod ist oft dem Salz zugesetzt. Da insbesondere Babys und Kleinkinder jedoch kein oder nur wenig Salz zu sich nehmen sollten, muss in diesem Lebensabschnitt auf andere Jodlieferanten geachtet werden.
  • Tieren wird Jod ebenso wie B12 und Selen ins Futtermittel gemischt. Da Veganer keine tierischen Produkte zu sich nehmen, ist Jod hier ein kritischer Nährstoff, da die deutschen Böden ebenso wie bei Selen auch oft einen geringen Jodgehalt haben.
  • Algen stellen die beste pflanzliche Jodquelle dar. Da der Gehalt extrem schwanken kann, ist eine genauere Auseinandersetzung mit den einzelnen Algenarten von Vorteil.
  • Um auf Nummer sicher zu gehen, kann auch auf ein Präparat zurückgegriffen werden.

Fazit: Jod ist bei vegetarischer und veganer Ernährung von Kindern ein kritischer Nährstoff, dem unbedingt Beachtung zu schenken ist. Es empfiehlt sich, den Bedarf entweder über ein Supplement oder jodhaltige Algen zu decken. Da eine Überdosierung auch schädlich ist, ist hier Vorsicht geboten.

Vegane Ernährungsberatung für Kinder & Familien

Wenn du unsicher bist, oder dir noch mehr Unterstützung wünschst, ist eine vegane Ernährungsberatung sinnvoll Du kannst diese z.B. bei Johanna Dexheimer von Zarte Pflänzchen oder bei Nicole Dausend von Quergedanken buchen. Beide sind zertifizierte Ernährungsberaterinnen und sehr geschult, wenn es um die nährstoffreiche Versorgung geht.

Jetzt möchten wir dir gerne einige praktische Tipps zum veganen Kochen geben. Anninas jüngste Tochter hat eine Milcheiweißallergie. Insofern kocht sie aktuell tatsächlich ohne Milchprodukte und wir sind sehr geschult darin, tierische Produkte zu ersetzen.

Annina und Lena leben so weit als möglich vegan. Das heißt, dass es insbesondere zuhause keine tierischen Lebensmittel mehr gibt, bzw. die gekochten Speisen vegan sind. Selbstverständlich steht es den Kindern und Männern frei, auch tierische Produkte zu konsumieren.

6 vegane Alternativen für Ei

Wie kann ich beim Backen und Kochen tierische Produkte durch vegane Alternativen ersetzen? Und welche Ersatzprodukte eignen sich für Babys überhaupt? Im Folgenden sind vegane Ersatzprodukte aufgeführt, die du für die Zubereitung von Speisen für deinen Baby verwenden kannst.

Eier werden beim Kochen und Backen als Bindemittel verwendet. Beim Kochen verwendet man sie gerne für Saucen und beim Backen sorgen sie dafür, dass der Teig schön luftig wird. Geschlagenes Eiweiß macht zum Beispiel den Grießbrei oder Pfannkuchen schön luftig und fluffig und auch die Konsistenz eines Kuchens oder von Waffeln ist mit Ei sehr weich und angenehm saftig. Wenn man Kekse bäckt, so kommt die mürbe Konsistenz ebenfalls durch die Zugabe von Ei. Man sollte deshalb beim Kochen und beim Backen das Ei nicht einfach ersatzlos aus den Rezepten streichen.

Ersatzprodukte für Ei:

Wenn ihr euch entscheidet, euerm Baby vegane Kost anzubieten könnt ihr folgende Lebensmittel als Alternative bei süßen Speisen verwenden:

  1. Banane, eine halbe zerdrückte Banane entspricht einem Ei
  2. Apfelbrei/-mus, etwa 80 g hiervon ersetzen ein Ei

Das sind zwei Möglichkeiten fürs Backen von z.B. Waffeln

Für Herzhaftes könnt ihr z.B. folgende Lebensmittel anstelle von Ei verwenden:

  • Stärkemehl (Maisstärke) mit Wasser angerührt
  • Gemahlener Leinsamen: 1 ½ Esslöffel in 3 Esslöffel Wasser verrührt
  • Chiasamen: 2 EL Chiasamen mit 6 EL Wasser etwa 30 Minuten quellen lassen, so dass ein Gel entsteht. Dies ersetzt z.B. 2 Eier.
  • Johannisbrotkernmehl, 1 gehäufter Teelöffel auf 40 ml Wasser. Der Vorteil von Johannisbrotkernmehl ist, dass es nicht erhitzt werden muss, damit es anfängt zu binden. Man kann es also auch für kalt angerührte Mousse nehmen.
  • Sojamehl kannst du ebenfalls mit Wasser mischen und als Ei einsetzen

6 Vegane Alternativen für Kuhmilch

Kuhmilch wird auch sehr häufig zum Kochen und Backen verwendet. Da sie aber für Babys nur bedingt geeignet ist, sind Alternativen wissenswert. Auch kann es sein, dass ein Baby Allergien hat und deshalb nach einer Alternative gesucht werden muss.

Ersatzprodukte wie Getreidemilch findest du in etwas größeren, gut sortierten Supermärkten oder Naturkostläden. Du kannst den Haferdrink, Mandeldrink oder Cashewdrink natürlich auch selbst machen.

Ersatzprodukte für Kuhmilch:

  1. Mandelmilch liefert viele wichtige Nährstoffe. Unter anderem ungesättigte Fettsäuren, Magnesium, Kalzium, Kalium und Ballaststoffe. Sie schmeckt süßlich und etwas nussig. Du kannst sie sehr gut zum Zubereiten von süßen Speisen verwenden.
  2. Hafermilch hat keinen so intensiven Geschmack wie die nussigen Milchsorten. Du kannst sie sowohl zum Backen als auch zum Kochen gut verwenden. Außerdem enthält sie viel Kalzium und Eisen.
  3. Kokosnussmilch ist recht süß und daher super zum Backen oder eben für Gerichte wie Currys gut geeignet. Sie liefert außerdem wichtige Nährstoffe wie Magnesium, Kalzium, Kalium und Proteine.
  4. Reismilch ist die allergenärmste Alternative. Wenn dein Baby ALLERGIEN hat bietet sie sich gut als Ersatz zur Kuhmilch an. Du solltest allerdings wissen, dass sie sehr süß ist. Das heißt sie lässt sich gut zum Backen oder zum Kochen von süßen Gerichten einsetzten.
  5. Haselnussmilch schmeckt sehr nussig. Ein Pluspunkt ist, dass sie reich an Zink, Eisen und Kalzium ist.
  6. Hanfmilch schmeckt ebenfalls nussig und ist vielseitig einsetzbar. Sie ist ein perfekter Lieferant der essentiellen Fettsäuren.
  7. Entgegen älterer Vermutungen dürfen Babys auch Sojaprodukte verzehren. Mittlerweile sagen neue Studien aus, dass es dazu keine Bedenken gibt (Nachzulesen mit Primärquellen ind Vegan Klischee Ade von Niko Rittenau). Da wir aber lieber Tofu und Edamame essen, setzen wir als Pflanzendrink andere Sorten ein.

Achte unbedingt beim auf darauf, dass vielen Produkten Zucker oder Salz zugefügt ist. Auf diese Produkte solltest du bei Speisen, die du für dein Baby zubereitest verzichten.

 Weitere vegane Ersatzprodukte

Es gibt inzwischen eine riesen Palette an veganen Ersatzprodukten. Nicht nur Milch und Ei sondern auch Lebensmittel wie Quark, Joghurt, Käse, Sahne und Butter können durch vegane Produkte ersetzt werden. Schau aber hier genau auf die Inhaltsstoffe, wenn du deinem Baby etwas davon anbieten möchtest oder versuche so viel wie möglich selbst frisch herzustellen.

Auch bedeutet es keineswegs, dass vegane Ersatzprodukte immer gesund sind. Ein veganer Burger mit 17 Zutaten oder ein Aufstrich mit 12 Zutaten kann genauso viel ungesunde Lebensmittel enthalten wie eine abgepackte Currywurst aus dem Supermarkt. Trotzdem: Auch hier ist es natürlich erlaubt, auch “ungesunde” Lebensmittel ab und zu zu konsumieren – z.B. wenn man Lust auf einen fleischähnlichen Burger hat. Für Kinder im ersten Lebensjahr sind die Alternativen oft nicht geeignet.

Insbesondere vegane Brotaufstriche kannst du ganz einfach selbst machen.

Vegane Beikost – ja oder nein?

Geht man die einzelnen Nährstoffe durch, zeigt sich, dass einige von der DGE zurecht, andere zu Unrecht als extrem kritisch eingestuft werden. Während Proteine, Eisen, Kalzium, Vitamin B2 und Zink bei einer pflanzlichen vollwertigen Ernährung in ausreichender Menge vorhanden sind, muss bei Jod und Selen unter Umständen, bei Vitamin D3, B12 und Omega 3 sicherheitshalber auf jeden Fall supplementiert werden.

Nährstoffe aus Nüssen und Samen

Bei der genaueren Ansicht der Lebensmittel zeigt sich, dass insbesondere Nüsse und Samen eine wahre Nährstoffbombe darstellen und hier viele der für Veganer als kritisch geltende Nährstoffe enthalten sind. Da sie jedoch für Babys am Stück eher ungeeignet sind, sind hier Nussmuse eine tolle Alternative. Auch bietet sich an, Nüsse und Samen in Smoothies zu mischen, oder sie zu mahlen und damit zu backen, um dem Baby diese wichtigen Lebensmittel nicht vorzuenthalten.

Da viele BLW Babys erst noch recht wenig essen bzw. erst einmal wenig Nahrung tatsächlich im Magen landet, werden sie in dieser Zeit durch Mutter- oder Pre-Milch versorgt. Pre-Milch ist auf die Bedürfnisse des Babys abgestimmt und enthält die wichtigen Nährstoffe in ausreichender Menge. Für stillende Mütter empfiehlt es sich, die kritischen Nährstoffe zu supplementieren, um sicher zu stellen, dass sie selbst und das Baby damit ausreichend versorgt sind.

Kritik an veganer Beikost widerlegt

Zwei Dinge dürfen im Zusammenhang mit der Kritik an vegetarischer und veganer Ernährung nicht vergessen werden:
1. Auch eine omnivore Ernährung deckt nicht automatisch alle Nährstoffe ab. Auch hier sollten Eltern immer auf ein abwechslungsreiches und buntes Nahrungsangebot achten. Wir denken immer, dass bei vegan und vegetarisch etwas fehlt, nur weil kein Fleisch/Fisch oder Milchprodukte gegessen werden. Genauso fehlt aber bei einer Mischköstlichen Ernährung etwas, wenn nie Vollkorngetreide oder Nüsse gegessen werden. Deshalb egal wie man sich ernährt, es muss immer vielfältig und ausgewogen sein.

Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst sowie Nüsse und Samen bilden die Pfeiler einer ausgewogenen veganen Ernährung und sollten auch bei Mischkost nicht zu kurz kommen.

Vitamin D zu ergänzen wird von der DGE für alle Säuglinge empfohlen und stellt kein ausschließliches Problem von veganen Kindern dar.

Vitamin B12, Jod und Selen wird den Tieren als Nahrungsergänzungsmittel ins Futter gegeben, sodass Mischköstler hier nur aus diesem Grund häufig besser versorgt sind als Veganer, die im Zweifel dann ein Supplement zu sich nehmen sollten.

Alle Menschen und insbesondere Eltern sollten sich ein Grundwissen über Ernährung und Nährstoffe aneignen, um sich und ihren Nachwuchs adäquat zu versorgen. Viele Ernährungsgesellschaften sehen auch deutliche Vorteile der pflanzlichen Ernährung gegenüber einer Mischkost, da die vegane Kost häufig mit einem höheren Konsum von Obst und Gemüse einhergeht und ein erhöhter Konsum von tierischen Produkten auch gesundheitliche Risiken birgt.

Die hier genannten Empfehlungen beruhen auf der Quelle: Vegan-Klischee Ade! von Niko Rittenau, 6. Auflage 2019.

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2 Kommentare
  1. Hallo,

    vielen Dank für diesen wunderbaren Artikel!

    Ab welchem Alter darf man denn Babys Mikroalgen ( als Supplement) geben?

    Viele Grüße,
    Nina

    Antworten
    • Liebe Nina, das kann ich dir leider nicht beantworten. Ich würde immer beim Hersteller direkt anfragen. LG Lena

      Antworten
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